<

Fragmente aus dem Lebenslauf

Mit elf Jahren malte ich nach einem Plakat im Schaufenster meine ersten Berge. Das Plakat mit dem Bild ferner Gebirge prangte in der Auslage eines kleinen Fahrradgeschäftes, das aus einer Trümmerstadt des Ruhrgebietes wieder auferstanden war.
Zuvor malte ich einen Wasserfall, den ich in Afrika wähnte. Eine umfangreiche Buchreihe über Sitten und Gebräuche afrikanischer Völker förderte mir so den Nil zutage.
Zur gleichen Zeit entstand das Weiß der Birkenstämme aus Mengen von pastos aufgetragener Temperafarbe aus der Tube. Der Geruch dieser weißen Farbe hat sich mit dem Anblick von Birken vermählt.
Sehr viel später, als ich sah, daß ein Nadelöhr nicht durch ein Nadelöhr zu beschreiben war,durchdrang mich der Geruch von Terpentinöl mit seinen Verheißungen auf endlose Ebenen unter der Schrift des Himmels.

Nach der Lehre als Schaufenstergestalter und anschließender Berufstätigkeit (1950 - 1957), von der noch ein schwacher Kaseinfarbengeruch haften blieb, folgten die Studienjahre. Zunächst in Essen an der Folkwangschule und dann in Düsseldorf an der Kunstakademie, aus der ich 1963 als Meisterschüler von Bruno Goller entlassen wurde.
Ein gewisser Höhepunkt in der künstlerischen Entwicklung gelang mir in dieser Zeit mit Bildern, die vorwiegend die Farben schwarz und weiß in den Blick stellten.
Hiernach reihten sich einige Jahre mit herzzerreissenden Szenen: Job - Atelier, Job - Atelier etc.
Das Leben beschenkte mich mit einer fünf Kinder reichen Frau. Allesamt blendende Schönheiten und vieles mehr. 1970 haben wir sieben beschlossen zu heiraten.
Im Herbst `69 stand ich im Klassenzimmer eines Gymnasiums, als Kunsterzieher verkleidet, und unterrichtete. Die Tafel wurde meine magische Fläche.Neben dem Schulpensum schlängelte sich über viele Jahre ein Lehrauftrag an einer Fachhochschule in Düsseldorf.
Ich lebte und arbeitete in Schiefbahn und Umkreis Düsseldorf und zeigte meine Arbeiten in Einzel - und Gruppenausstellungen.
Ein neues, großes Fabrik-Atelier förderte in den 80er Jahren meine bildnerische Produktion. Es entstanden stark farbige, großformatige Bilder auf Papier. Schnelltrocknende Farben ermöglichten mehr Spontanität. Die Arbeiten entfalteten sich in eine Richtung, die überschrieben sein könnte mit dem Titel:

DEN HORIZONT AUS DEN AUGEN VERLIEREN

Das Jahr 1995 brachte die Aufgabe der Lehrtätigkeit und den Umzug nach Bayern an den Starnberger See.

<